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World in
Flames
- The Final Edition ist die Konfliktsimulation,
wenn es um die Darstellung des kompletten 2. Weltkrieges geht.
Kein anderes Brettspiel mit dieser Thematik versteht es besser,
die komplexen Zusammenhänge in einer derartig spielbaren Form
zu bringen. Aber was genau ist eine Konfliktsimulation (auch Cosim
genannt)?
Hinter
der Abkürzung Cosim verbirgt sich der englische Begriff „Conflict
Simulation“. Hierunter versteht man ein Regelkonstrukt, das reale
oder hypothetische Militäroperationen möglichst genau nachstellen
soll („simulieren“). Dadurch lassen sich Aufschlüsse über den
möglichen Verlauf schon vergangener Ereignisse oder noch in der
Zukunft liegender Entwicklungen erlangen, ohne das dabei ein wirklicher
Mensch zu Schaden kommt. Üblicherweise wird der Begriff Konfliktsimulationen
beim Militär verwendet. Beispielsweise wurde während des Golfkrieges
das CoSim eines bekannten Designers vom US Militär verwendet,
weil noch keine entsprechende Studie im Pentagon verfügbar war.
Und
diesen militärischen Simulationen verdankt vermutlich das CoSim
als Spiel seine Existenz. Ein CoSim versucht den ungewöhnlichen
Reiz einer militärischen Simulation auszunutzen und es den Spielern
zu ermöglichen, kriegerische Auseinandersetzungen aus allen Epochen
nachzustellen, wobei jeder die Streitkräfte einer Seite befehligt.
Im Gegensatz zum Schach werden reale Landkarten verwendet, welche
in Hexagonfelder aufgeteilt sind. Als bewegliche Figuren oder
Einheiten dienen Counter (= flache Pappspielsteine). Diese stellen
die militärischen Verbände oder Flugzeuge sowie Schiffe dar, welche
nach Belieben über die Landkarte bewegt werden können. Die Ergebnisse
innerhalb eines nachgestellten Konfliktes werden mit Hilfe eines
Würfels und Tabellen ermittelt. Der Maßstab der dargestellten
Truppenteile variiert von strategisch (die Counter stellen einige
tausend Soldaten dar) bis taktisch (kleinere Truppenverbände bis
hin zum einzelnen Soldaten). Auch die Regeln sind in ihrem Aufbau
sehr unterschiedlich (von wenigen Seiten bis zu mehreren Regelheften
sowie von sehr einfach bis höchst komplex). Diese Regelwerke sind
meistens in Englisch verfaßt, da dieses Hobby vor allem im anglo-amerikanischen
Raum verbreitet ist.
Das
Hobby des Cosims setzt ein gewisses Interesse an militärischen
Operationen voraus, wenn es auch nicht unbedingt notwendig ist.
Cosims erfreuen sich durchaus einer breiten Anhängerschaft, wenn
sie auch bei weitem nicht so verbreitet sind wie beispielsweise
Rollenspiele. Trotzdem verbindet sie mit diesen doch eine gewisse
Verwandtschaft. Man muß sich schon ein wenig in die Rolle des
jeweiligen Oberbefehlshabers und den historischen Begebenheiten
hinein versetzen können, um ein simuliertes Gefecht zu gewinnen.
Aber im Gegensatz zum Rollenspiel ist das CoSim selten im Bereich
der Fantasy oder SF angesiedelt, sondern versucht sich an einer
möglichst genauen Simulation geschichtlicher Vorgänge und Fakten.
Dafür erlaubt es einem aber, zumindest den militärischen Teil
der Menschheit vom alten Ägypten bis zum Golfkrieg nachzustellen
und das „Was Wäre Wenn?“ zu erforschen. Letztendlich ist es diese
Erforschung von militärischen Details sowie die unterschiedlichen
Verläufe einer Operation und vieles mehr, was den ungewöhnlichen
Reiz eines Cosims ausmacht. Es ist äußert interessant mit anzusehen,
wie während einer Simulation die Geschehnisse variieren, nur weil
man ein klein wenig vom historischen Verlauf abgewichen ist. Daraufhin
kann man jedoch wieder Erkenntnisse darüber gewinnen, warum ein
historisches Gefecht so und nicht anders verlaufen ist. Cosims
besitzen also nicht nur rein spielerische Elemente, sondern fördern
ebenfalls das historische Wissen.
World
in Flames
stellt ein solches Cosim dar. Der Schwerpunkt des Spieldesigns
liegt dabei eindeutig auf die Simulation von weltweiten Operationen.
Schnelle Spielbarkeit mit einfachen Regeln haben World
in Flames zu einem ewigen Weltbestseller seit über 20 Jahren
gemacht. Weiterhin konnte dieses Cosim vier begehrte Auszeichnungen
ergattern:
-
Spiel des Jahres 1986 (vergeben von der US Zeitschrift „Fire &
Movement“)
-
State of the Art 1986 (vergeben von der US Zeitschrift „Fire &
Movement“)
-
Cosims des Jahrzehnts (Fire & Movement Ausgabe #67)
-
Bestes Spiel über das 20. Jahrhundert (Charles Roberts Award 1986)
Wer mehr über die Geschichte des CoSims erfahren möchte, sollte diesem Link folgen: http://www.ghs-kosim.de/cosim_history.html
In eigener Sache...
Die Gesellschaft für historische Simulationen e.V. ist ein staatlich anerkannter und gemeinnütziger Verein, welcher folgenden Leitspruch besitzt:
"Frieden ist unser Anliegen ~ CoSims unser Hobby!"
Diese Aussage kann ich - der Betreiber dieser Webpage - mit vollen Herzen unterstreichen. Als Pazifist werde ich persönlich niemals wieder eine Waffe in die Hand nehmen. Ebenso ist der Designer von World in Flames - Harry Rowland - ein entscheidener Gegner von sämtlichen Kriegen. Gerade die Situation im heutigen Iraq oder Afghanistan macht deutlich, dass Weltpolitik mit militärisch ausgeführten Mitteln stets zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation führen. Die Menschen leiden nur noch mehr wegen einer verfehlten, politischen Doktrin. Und das alles nur, damit der militärisch-industrielle Komplex (bereits vom amerikanischen Präsidenten D. D. Eisenhower im Jahr 1961 angeprangert) seine Gewinnmaximierungsstrategie auf Kosten der gesamten Menschheit weiter ausüben darf.
Jetzt könnte man sagen, dass es einen Widerspruch zwischen Konfliktsimulationen als Hobby auf der einen Seite und Pazifismus auf der anderen Seite gibt. Dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil, denn nur wer sich mit Geschichte, insbesondere mit Militärgeschichte auseinandersetzt, kann all die von machtlüsternen Politikern verbreiteten Lügen erkennen und dagegen antreten. Deshalb aus vollem Herzen:
NIE WIEDER KRIEG!
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